Wie viel Speicher braucht meine Überwachungsanlage?

Wie viel Speicher braucht meine Überwachungsanlage?

PoE, WLAN, 4G oder Akku-Kamera Du liest Wie viel Speicher braucht meine Überwachungsanlage? 9 Minuten

SD-Karte, Cloud oder Festplatte im NVR – ein sachlicher Überblick

Inkl. Speicherformel, Faustformel, DSGVO-Richtwert und Festplattenempfehlung nach Anlagengröße.

Das Wichtigste vorab

Es gibt drei Wege, Videoaufnahmen zu speichern: auf einer SD-Karte in der Kamera, in der Cloud beim Anbieter oder auf einer Festplatte im NVR. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede und zeigt mit einer einfachen Formel, wie viel Speicher Ihre Anlage tatsächlich braucht – inklusive des DSGVO-Richtwerts von 72 Stunden.

Eine der häufigsten Fragen beim Kauf einer Überwachungsanlage lautet: Wie viel Speicher brauche ich eigentlich? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab – Anzahl der Kameras, Auflösung, Kompressionsverfahren und gewünschte Aufbewahrungsdauer. Dieser Artikel erklärt alle drei Speichermethoden und gibt konkrete Richtwerte.

Abb. 1 – Seagate SkyHawk 24/7-Festplatten: welche Kapazität reicht für wie viele Kameras

1. SD-Karte – lokaler Speicher direkt in der Kamera

SD-Karten sind der einfachste Weg zur Aufzeichnung: Die Speicherkarte steckt direkt in der Kamera und nimmt Videoaufnahmen lokal auf – kein NVR, kein Netzwerk nötig.

SD-Karte – geeignet für

  • Kein zusätzliches Gerät (NVR) erforderlich
  • Günstiger Einstieg für einzelne Kameras
  • Kein Internetzugang oder Netzwerk nötig
  • Vollständig offline und lokal

Nachteile

  • Begrenzte Kapazität – gängige Kameras unterstützen SD-Karten bis maximal 256 GB, manche nur bis 128 GB. Bei einer Full-HD-Kamera mit Daueraufzeichnung entspricht das ca. 5–6 Tagen.
  • Für 24/7-Dauerbetrieb nicht dauerhaft ausgelegt; die Schreibzyklen sind begrenzt.
  • Wichtig: Wird die Kamera gestohlen, sind die Aufnahmen auf der darin steckenden SD-Karte ebenfalls weg. Für Beweissicherung ist das ein kritischer Nachteil.

SD-Karte: Wann sinnvoll?

Für einzelne Kameras an unkritischen Stellen, als temporäre Lösung oder als Puffer-Ergänzung zu einem NVR-System.

Nicht geeignet für Anlagen, bei denen lückenlose Aufzeichnung oder längere Aufbewahrung erforderlich ist.

2. Cloud-Speicher – Aufnahmen beim Anbieter

Cloud-Speicher bedeutet: Die Kamera lädt Videoaufnahmen über das Internet zu einem externen Server des Anbieters hoch. Von dort aus sind die Aufnahmen per App oder Browser abrufbar.

Hinweis: BURG-GUARD bietet aktuell keinen eigenen Cloud-Speicher an. Die folgende Übersicht gilt allgemein für Cloud-Lösungen.

Cloud-Speicher – was zu beachten ist

  • Laufende Abokosten: je nach Anbieter und Kameraanzahl 5–50 EUR/Monat
  • Videostreams verlassen das eigene Haus (Datenschutz prüfen)
  • Bandbreitenbedarf: mehrere Kameras benötigen ausreichend Upload-Geschwindigkeit
  • Aufnahmen bleiben auch bei Kameradiebstahl erhalten (Vorteil)
  • Abhängig von Internetverbindung und Anbieter-Verfügbarkeit

Für die meisten professionellen und gewerblichen Anlagen ist Cloud-Speicher aus Datenschutz- und Kostengründen nicht die erste Wahl. Als Ergänzung – etwa für einen kurzen Echtzeit-Backup der letzten Stunden – kann er jedoch sinnvoll sein.

3. Festplatte im NVR – der Standard für professionelle Anlagen

Der NVR (Network Video Recorder) ist das Herzstück einer professionellen IP-Überwachungsanlage. Er empfängt die Videostreams aller angeschlossenen Kameras und speichert sie zentral auf einer oder mehreren Festplatten – dauerhaft, lückenlos und lokal.

NVR mit Festplatte – Stärken

  • Zentrale Aufzeichnung aller Kameras auf einem Gerät
  • Kapazitäten von 1 TB bis 20 TB+ je nach NVR-Modell
  • Keine laufenden Kosten nach der Anschaffung
  • Daten bleiben im eigenen Haus (Datenschutz)
  • Ringpuffer: ältere Aufnahmen werden automatisch überschrieben
  • Fernzugriff per App ohne Cloud möglich (lokales Netzwerk / VPN)
  • Bei Kameradiebstahl bleiben Aufnahmen im NVR gesichert

Seagate SkyHawk – die richtige Festplatte für den NVR

Normale Desktop-Festplatten sind für NVR-Betrieb nicht geeignet. Sie sind für gelegentlichen Schreibzugriff ausgelegt – nicht für permanentes 24/7-Beschreiben mit mehreren simultanen Videostreams. Die Folge: erhöhter Verschleiß und kürzere Lebensdauer.

BURG-GUARD empfiehlt und vertreibt die Seagate SkyHawk-Serie – speziell entwickelt für Videoüberwachungsanlagen:

Seagate SkyHawk – entwickelt für Videoüberwachung

  • 24/7-Dauerbetrieb: für permanenten Schreibzugriff ausgelegt
  • Bis zu 64 simultane HD-Videostreams (je nach Modell)
  • Optimiert für sequentielles Schreiben (typisch bei Videoaufnahmen)
  • ImagePerfect-Technologie: keine Framedrops bei hoher Last
  • Erhältlich von 2 TB bis 12 TB
  • Deutlich höhere Lebensdauer als Desktop-Festplatten im Dauerbetrieb

Verfügbare Größen 

2 TB, 4 TB, 6 TB, 8 TB, 10 TB, 12 TB – erhältlich bei BURG-GUARD.

Alle drei Speichermethoden im Vergleich

 Kriterium SD-Karte Cloud HDD im NVR
Kapazität bis 256 GB
Beliebig (Abo)
1–20 TB+
Aufzeichnung Kameraintern Cloud-Upload
Lokal am NVR
Datenschutz Lokal Daten ext. Haus
Lokal
Laufende Kosten Keine 5–50 EUR/Monat
Keine
Ausfallsicherheit Karte defekt Anbieterabhängig RAID möglich
Bei Kameradiebstahl
Aufnahmen weg Gesichert Gesichert
Skalierbarkeit 1 Kamera / Karte Beliebig (Kosten) Viele Kameras, 1 NVR
Empfehlung für Einzelkamera, temp. Ergänzung Professionell

 

Wie viel Speicher brauche ich? Die Formel

Der Speicherbedarf lässt sich genau berechnen. Die wichtigsten Eingangsgrößen sind Anzahl der Kameras, Bitrate des Videostroms und gewünschte Aufbewahrungsdauer.

Rechtlicher Hinweis: 72-Stunden-Richtwert (DSGVO)

Die deutschen Datenschutzbehörden (DSK) empfehlen als Orientierungswert eine maximale
Aufbewahrungsdauer von 72 Stunden (3 Tagen) für Videoüberwachungsaufnahmen im
öffentlich zugänglichen oder halboffenen Bereich (z. B. Ladengeschäfte, Eingangsbereiche,
Parkplätze). Längere Aufbewahrung ist möglich, muss aber sachlich begründet und
dokumentiert werden (z. B. Wochenende, Nachtbetrieb, Bankbereich).

Für die Speicherplanung bedeutet das: Bei 4 Kameras (8MP, H.265) reichen für
72 Stunden ca. 1 TB – bei Bewegungserkennung bereits ca. 200 GB.

Hinweis: Dies ist kein Rechtsrat. Klären Sie die für Ihren Anwendungsfall geltenden
Aufbewahrungsfristen mit einem Datenschutzbeauftragten oder Rechtsanwalt.

Tipp: Nur bei Bewegung oder Personenerkennung aufzeichnen

Was viele Käufer nicht wissen: Fast alle modernen NVRs können statt Daueraufzeichnung auch ereignisbasiert aufzeichnen – also nur dann, wenn eine Kamera wirklich etwas sieht.

Ereignisbasierte Aufzeichnung – so funktioniert es

  • Bewegungserkennung: Kamera startet die Aufzeichnung nur bei erkannter Bewegung im Bild
  • Personenerkennung (KI): Aufzeichnung startet nur bei erkannten Personen – weniger Fehlalarme
  • Fahrzeugerkennung: ideal für Einfahrten und Parkplätze
  • Typische Einsparung: 70–90 % weniger Speicherbedarf als bei Daueraufzeichnung
  • Kombinierbar: z. B. tagsüber Personenerkennung, nachts Dauerbetrieb
  • BURG-GUARD NVRs: unterstützen Bewegungs- und KI-Personenerkennung ab Werk

Beispiel: 8 Kameras (8MP, H.265) mit Daueraufzeichnung für 72 Stunden = ca. 1,9 TB. Mit Bewegungserkennung und ca. 20 % Aktivität sinkt der Bedarf auf rund 380 GB – eine 1-TB-Festplatte reicht problemlos für beide Szenarien.

Die Formel für den Speicherbedarf in GB

Speicher (GB) = Kameras x Bitrate (Mbps) x 1.000.000 x 86.400 sek x Tage / 8 / 1.024^3

BURG-GUARD Basis: 8MP-Kamera, H.265, ca. 8 Mbps, 72 Stunden (3 Tage):
1 Kamera: 8 x 1.000.000 x 86.400 x 3 / 8 / 1.073.741.824 = ca. 241 GB

Zum Vergleich: Full-HD H.265 = ca. 4 Mbps (halb so viel Speicher)
Full-HD H.264 = ca. 8 Mbps | 8MP H.264 = ca. 16 Mbps

BURG-GUARD Faustformel (8MP, H.265, 72 Stunden)

Daumenregel: 1 Kamera mit 8MP-Auflösung und H.265-Komprimierung benötigt bei Daueraufzeichnung ca. 80 GB pro Tag – bzw. ca. 240 GB für 72 Stunden.

Mit Bewegungserkennung (ca. 20 % Aktivität): ca. 48 GB pro Kamera für 72 Stunden. Das macht den Unterschied bei der Festplattenwahl deutlich.

Ringpuffer: Der NVR überschreibt älteste Aufnahmen automatisch. Die Aufbewahrungsdauer hängt allein von Festplattengröße und Kameraanzahl ab.

 Kameras 72 h Dauerbetrieb (8MP H.265) 72h Bewegungserkennung ca. 20% Empf. Seagate SkyHawk
1 Kamera ~240 GB ~48 GB 1 TB SkyHawk
2 Kameras ~480 GB ~96 GB 1 TB SkyHawk
4 Kameras ~1,0 TB ~193 GB 2 TB SkyHawk
6 Kameras ~1,4 TB ~290 GB 4 TB SkyHawk
8 Kameras ~1,9 TB ~386 GB 4 TB SkyHawk
12 Kameras ~2,9 TB ~580 GB 4 Tb SkyHawk
16 Kameras ~3,9 TB ~775 GB 6 TB SkyHawk

 

BURG-GUARD Empfehlung nach Anlagengröße

Alle Empfehlungen gelten für 8MP-Kameras mit H.265 und 72 Stunden Aufbewahrung (DSGVO-Richtwert). Basis: Daueraufzeichnung – mit Bewegungserkennung brauchen Sie deutlich weniger.

1–2 Kameras: 1 TB Seagate SkyHawk. Reicht für 72 Stunden Daueraufzeichnung mit Puffer. Mit Bewegungserkennung deckt dieselbe Festplatte mehrere Wochen ab.

3–4 Kameras: 2 TB Seagate SkyHawk. Solider Einstieg für Heim und Kleingewerbe, 72 Stunden Daueraufzeichnung sicher abgedeckt.

5–6 Kameras: 2 TB SkyHawk. Ausreichend für 72 Stunden, bei Bewegungserkennung noch mit großem Puffer.

7–8 Kameras: 4 TB SkyHawk. Empfohlen für Büros, Werkstätten und Einzel handel. Auch bei Daueraufzeichnung 72 Stunden komfortabel.

9–12 Kameras: 4 TB SkyHawk. Stabile Lösung für mittlere Betriebe. Mit Bewegungserkennung reicht die 4 TB für deutlich längere Aufbewahrung.

13–16 Kameras: 6 TB SkyHawk oder 2x 4 TB im RAID-Verbund. RAID empfehlenswert, wenn Ausfallsicherheit wichtig ist (Festplattenfehler kein Datenverlust).

Über 16 Kameras: 8 -10 TB oder NVR mit mehreren Einbauschächten. Wir beraten gerne individuell.

BURG-GUARD Beratung & Produkte

Seagate SkyHawk Festplatten sowie passende NVR-Systeme sind bei BURG-GUARD erhältlich. Unsicher welche Konfiguration zu Ihrer Anlage passt? Wir beraten kostenlos. burg.biz | info@burg-guard.de

Häufige Fragen zum Thema Speicher (FAQ)

Wie viel Speicher brauche ich für 4 Überwachungskameras?

  • Bei 8MP-Kameras mit H.265 (ca. 8 Mbps) und 72 Stunden Aufbewahrung (DSGVO-Richtwert) ca. 1 TB bei Daueraufzeichnung. Mit Bewegungserkennung ca. 20 % Aktivität reichen ca. 200 GB. BURG-GUARD Empfehlung: 2-TB-Seagate-SkyHawk, damit immer ausreichend Puffer vorhanden ist.

Wie lange darf ich Überwachungsvideos aufbewahren?

  • Die DSK empfiehlt als Orientierungswert 72 Stunden (3 Tage) für öffentlich zugängliche Bereiche. Längere Aufbewahrung ist möglich, muss aber sachlich begründet werden. Im Zweifelsfall Datenschutzbeauftragten hinzuziehen.

Kann ich eine normale Festplatte in meinen NVR einbauen?

  • Technisch oft ja, empfohlen ist es nicht. Normale Desktop-HDDs sind für 24/7-Dauerbetrieb nicht ausgelegt. Für NVR-Systeme sollte man Surveillance-HDDs wie die Seagate SkyHawk verwenden.

Was ist der Unterschied zwischen SD-Karte und NVR-Festplatte?

  • SD-Karte: lokal in der Kamera, max. 256 GB, bei Kameradiebstahl weg. NVR-Festplatte: zentral am Rekorder, mehrere TB, auch bei Kameradiebstahl gesichert, viele Kameras über ein Gerät verwaltbar.

Lohnt sich Cloud-Speicher für Überwachungskameras?

  • Als Ergänzung sinnvoll. Als Hauptspeicher für professionelle Anlagen oft zu teuer und aus Datenschutzsicht problematisch. Lokaler NVR-Speicher ist wirtschaftlicher und datenschutzkonformer.

Was ist H.265 und warum spart es Speicher?

  • H.265 (HEVC) komprimiert ca. doppelt so effizient wie H.264 bei gleicher Bildqualität. Full-HD mit H.264: ca. 80 GB/Tag. Mit H.265: ca. 40 GB/Tag. Alle aktuellen BURG-GUARD NVR unterstützen H.265.

Was ist eine Seagate SkyHawk Festplatte?

  • Speziell für Videoüberwachung entwickelt: 24/7-Dauerbetrieb, bis zu 64 simultane Streams, optimiert für sequentielles Schreiben. 2 TB bis 12 TB. Bei BURG-GUARD erhältlich.